Löwenzahn und Pusteblume sind Namen für Pflanzen der Gattung Taraxacum aus der Familie der Korbblütler. Dieser Artikel behandelt den Gemeinen Löwenzahn, oft als Taraxacum officinale-Aggregat („agg.“) geführt: verwandte Formen, die bei komplexer Artabgrenzung gemeinsam betrachtet werden. Die Flora der Universität Udine beschreibt ihn als ausdauerndes Kraut; dies ist eine regionale botanische Quelle, während weitere Quellen Nutzungen in verschiedenen geografischen Zusammenhängen dokumentieren. [9] [10]
Botanik, Blüte und Lebenszyklus
Die länglichen Blätter bilden eine bodennahe Rosette mit schrotsägeförmigen Rändern und zur Basis weisenden Seitenlappen. Die Hauptwurzel ist eine Pfahlwurzel. Aus der Mitte wächst der hohle, blattlose Blütenschaft mit weißem Milchsaft. An seiner Spitze sitzt ein Blütenkorb aus vielen kleinen gelben Blüten. Das FAO-Kompendium nennt 100 bis 300 je Korb. Einige Taraxacum-Gruppen bilden Samen ohne Befruchtung; das heißt Apomixis. [4] [9] [11]
Nach der Blüte trägt jede Achäne einen Pappus aus feinen Haaren, der die Verbreitung durch Wind unterstützt; zusammen bilden sie die Pusteblume. Die Flora Udine nennt Februar bis Mai für Friaul-Julisch Venetien, die Royal Horticultural Society April bis Juni für das Vereinigte Königreich. Diese regionalen Beispiele zeigen, dass die Blütezeit von Ort und Jahreszeit abhängt. Die Pflanze kann erneut blühen und aus dem Wurzelkopf austreiben. [7] [9]
Auch Hypochaeris radicata bildet eine grundständige Rosette; laut RHS sind ihre Blätter oft behaart und die Blütenstängel verzweigt. Beim Löwenzahn beschreibt dieselbe Quelle hohle, unverzweigte Schäfte mit je einem Blütenkorb. Die Profile zeigen Unterschiede zwischen gelb blühenden Korbblütlern. [7] [8]
Nährwertprofil der Blätter
Die Tabelle zeigt Werte je 100 g für „Dandelion greens, raw“ in USDA FoodData Central, Datensatz FDC 169226 und NDB 11207. Sie bezieht sich auf rohe Blätter. [3]
| Nährstoff | Menge |
|---|---|
| Energie | 45 kcal |
| Eiweiß | 2,7 g |
| Fett | 0,7 g |
| Kohlenhydrate | 9,2 g |
| Ballaststoffe | 3,5 g |
| Wasser | 85,6 g |
| Zucker insgesamt | 0,71 g |
| Vitamin A | 508 µg RAE |
| Vitamin C | 35 mg |
| Vitamin E | 3,44 mg |
| Vitamin K | 778 µg |
| Calcium | 187 mg |
| Eisen | 3,1 mg |
| Phosphor | 66 mg |
| Magnesium | 36 mg |
| Kalium | 397 mg |
| Natrium | 76 mg |
| Folat | 27 µg |
Je 100 g überwiegen Wasser (85,6 g) und Kohlenhydrate (9,2 g), darunter 3,5 g Ballaststoffe; der Brennwert beträgt 45 kcal. Der Datensatz führt Vitamine A, C, E und K sowie Calcium, Eisen, Magnesium und Kalium auf. Werte und Einheiten sind getrennt dargestellt. [3]
„µg RAE“ bedeutet Mikrogramm Retinolaktivitätsäquivalente. Die Einheit stellt Vitamin-A-Aktivität einschließlich der aus pflanzlichen Carotinoiden auf einer gemeinsamen Skala dar. Die Angaben gelten für diesen USDA-Eintrag und rohe Blätter; sie beschreiben weder Wurzeln, Blüten, Aufgüsse oder Extrakte noch eine anders zusammengesetzte Portion. [3]

Kulinarische Verwendung von Blättern, Blüten, Knospen und Wurzeln
Die Blätter schmecken bitter; mit dem Alter der Pflanze kann die Bitterkeit zunehmen. Junge Rosetten vor der Blüte werden als roh geeignet beschrieben, ältere Blätter häufig gegart. Das Profil der Universität Udine dokumentiert beides als regionales Beispiel. Roh kommen sie in Salate, gekocht in Suppen, Omeletts und Beilagen. Weitere Rezepte kombinieren sie mit Kartoffeln oder Wildkräutern. [9] [10] [12]

Geschlossene Knospen werden eingelegt und manchmal Löwenzahnkapern genannt. Ein lokales Rezept des Tourismusvereins Partschins in Südtirol sieht kurzes Garen und Einlegen in Wasser, Essig und Salz vor. Das ist ein regionales Beispiel; geerntet wird vor dem Öffnen des Blütenkorbs. [6]
Blüten werden zu Gelees, Sirup und Getränken verarbeitet; sie können aufgegossen, mit Zucker gekocht oder fermentiert werden. Quellen nennen auch Blütenbier und -wein. Wurzeln lassen sich trocknen, rösten und als kaffeeähnliches Getränk mahlen. Die Verfahren nutzen verschiedene Pflanzenteile. [4] [5] [12]

Historische Verwendung und Kräutertradition
Der EMA-Bericht dokumentiert Löwenzahn in der deutschen Volksmedizin seit dem 16. Jahrhundert. Eine Übersicht zu Mittel- und Osteuropa untersucht Quellen vom späten 18. bis zum 20. Jahrhundert und nennt Milchsaft, Wurzeln, Blätter und Blütenkörbe. Beschrieben werden Aufgüsse, Abkochungen, Tinkturen, Sirupe, Umschläge und Getränke in den untersuchten Gemeinschaften und Zeiträumen. [1] [5]
Die EMA-Monografie behandelt Arzneimittel aus Wurzel und oberirdischen Teilen, etwa getrocknetes Material für Tee, Extrakte und Presssaft mit definierter Anwendung. Das unterscheidet sich von der kulinarischen Nutzung. Sie ordnet die Produkte der traditionellen Anwendung zu und nennt vorübergehenden Appetitverlust, leichte Verdauungsbeschwerden und erhöhte Urinmenge als Begleitung leichter Harnwegsbeschwerden. Die EU-Kategorie verlangt mindestens 30 Jahre dokumentierte Nutzung, davon 15 Jahre in der EU; sie ist kein Wirksamkeitsnachweis aus kontrollierten Studien. [1] [2]

Quellen und weiterführende Informationen
- EMA — Assessment report on Taraxacum officinale, root and aerial parts
- EMA — European herbal monograph on Taraxacum officinale
- USDA FoodData Central — Dandelion greens, raw (FDC 169226; NDB 11207)
- FAO — Compendium of Forgotten Foods in Africa, “Dandelion,” p. 43
- Multilateral Use of Dandelion in Folk Medicine of Central-Eastern Europe — Plants (2025)
- Tourismusverein Partschins — Pickled dandelion capers
- Royal Horticultural Society — Taraxacum officinale agg.: botanical profile
- Royal Horticultural Society — Hypochaeris radicata: botanical profile
- University of Udine — Floristic catalogue: Taraxacum officinale aggregate
- CNR — Mondo vegetale del Lazio e non solo: Dandelion
- Flora of Rome — Taraxacum sect. Taraxacum
- University of Illinois Extension — From wish to weed: dandelion uses
